Bibliotheksnische mit Holzregalen, Leiter und Leseecke

Was ist ein Siglenverzeichnis in der wissenschaftlichen Arbeit?

Ein Siglenverzeichnis führt die Abkürzungen auf, die in den Fußnoten und im Literaturverzeichnis verwendet werden. In der Theologie ist es besonders wichtig, weil häufig auf Zeitschriften, Reihen und mehrbändige Lexika verwiesen wird. Deren vollständige Titel würden in den Fußnoten viel Platz beanspruchen. Abkürzungen sparen diesen Platz, müssen für die Leserschaft aber eindeutig aufzulösen sein.

Das Verzeichnis sollte auf das Fach und die Hochschule abgestimmt sein. Für eine biblische Arbeit sind andere Zeitschriften und Lexika relevant als für eine kirchengeschichtliche. Welche formalen Regeln gelten, bestimmt das Institut oder die Betreuung. Diese Vorgaben haben Vorrang und sollten vor dem Schreiben bekannt sein, statt nur vermutet zu werden.

Theologische Lexika: welche Siglen begegnen am häufigsten?

LThK, RGG und TRE gehören zu den häufig verwendeten theologischen Nachschlagewerken. Ihre Siglen finden sich in Abkürzungsverzeichnissen, weil viele Arbeiten des Fachs auf diese Lexika zurückgreifen. Beim LThK wird zusätzlich die Auflage mit einer hochgestellten Zahl angegeben. Dieses kleine Detail hilft, die Auflagen auseinanderzuhalten und den gesuchten Artikel rasch zu finden.

Daraus folgt für Verfasserinnen und Verfasser eine einfache Regel: Jede Sigle, die in einer Fußnote steht, braucht einen Eintrag im Verzeichnis. Liegt ein Lexikon in mehreren Auflagen vor, muss aus Verzeichnis und Fußnoten eindeutig hervorgehen, welche verwendet wurde. So bleibt bei der Begutachtung kein Rätsel über die gemeinte Auflage, und die Arbeit wird insgesamt übersichtlicher.

Wo findet man fertige Vorlagen für Siglen?

Als erste Orientierung eignet sich das Verzeichnis von Schwertner mit den Abkürzungen zur Theologischen Realenzyklopädie. Eine neuere Vorlage ist das Internationale Abkürzungsverzeichnis für Theologie und Grenzgebiete, kurz IATG3, erschienen 2014 in Göttingen. Beide Verzeichnisse ordnen die in der theologischen Literatur üblichen Abkürzungen. Sie helfen dabei, willkürliche eigene Kurzformen zu vermeiden.

Ein vollständiges Verzeichnis zu übernehmen, ist deshalb jedoch nicht nötig. In die eigene Arbeit gehören nur die Siglen, die dort tatsächlich vorkommen. Die genauen Regeln für Zitate und Fußnoten gibt das Institut oder die Betreuung vor. Vor der Abgabe sollte man daher prüfen, ob die Arbeit den Anforderungen der Hochschule entspricht.

Zusammenfassung

Ein stimmiges Siglenverzeichnis und der bewusste Umgang mit Lexika gehören zu einer guten theologischen Arbeit. Vorlagen wie das Verzeichnis von Schwertner oder das IATG3 erleichtern diese Aufgabe. Maßgeblich bleiben jedoch die Vorgaben von Hochschule und Betreuung. Als einfache Regel gilt: Zu jeder Sigle in einer Fußnote gehört ein Eintrag im Verzeichnis.