Am 13. März 2009 fand an der Päpstlichen Lateran-Universität die feierliche Inauguration des Lehrstuhls für die Theologie des Volkes Gottes im Rahmen des Pastoralinstitutes statt. In Anwesenheit der Initiatorin der Katholischen Integrierten Gemeinde, Traudl Wallbrecher, eröffnete der stellvertretende Direktor des Lehrstuhls, Prof. Dr. Achim Buckenmaier die Veranstaltung. Nach einem Grußwort des Rektors der Universität, Erzbischof Rino Fisichella, hielt Kardinal Walter Kasper, Präsident des Rates zur Förderung der Einheit der Christen und der Päpstlichen Kommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum, den Festvortrag, anschließend würdigte der israelische Botschafter beim Hl. Stuhl, Mordechay Lewy das Ereignis in einer Ansprache. Es folgte die Vorstellung der Veranstaltungen des Akademischen Jahres 2009/10 durch den Direktor des Lehrstuhls, Prof. Dr. Ludwig Weimer.

Von links nach rechts: Prof. Achim Buckenmaier, Mons. Rino Fisichella,

Prof. Ludwig Weimer, Kardinal Walter Kasper, Mordechay Lewy

Aus der Eröffnungsansprache des Lehrstuhlinhabers Prof. Ludwig Weimer:

„Der Titel unseres Lehrstuhls bedarf der Erklärung: Warum „Theologie des Volkes Gottes“? Die Antwort auf diese Frage erfordert einen kurzen Blick in die Vorgeschichte des heutigen festlichen Tages.

Traudl Wallbrecher, die Initiatorin der Katholischen Integrierten Gemeinde, besuchte 1986 auf einer Reise nach Israel in Tel Aviv das Diaspora-Museum. In der Eingangshalle des Museums erinnern Bücher voller Namen der Holocaust-Opfer und eie Feuersäule an die brennenden Vernichtungsöfen. Im Obergeschoss stehen Kopien der Figuren von Ekklesia und Synagoge vom Straßburger Münster. Der Gesamteindruck verdichtete sich für Frau Wallbrecher zur Einsicht: „Gott kann doch nicht zwei Bräute haben! Leider hat er nur ein gespaltenes Volk.“

Das Nachdenken über das Gottesvolk aus Juden und Christen erschien uns allen als ein Auftrag.

Traudl Wallbrecher erzählte von ihrer Vision auch Kardinal Joseph Ratzinger. Als 2003 in der Villa Cavalletti eine Akademie eröffnet wurde, erhielt sie dieses Auftrags wegen den Namen „Akademie für die Theologie des Volkes Gottes“. Und so heißt jetzt geleichermaßen unser neuer Lehrstuhl. Die mit dem Titel des Lehrstuhls gestellte Aufgabe verlangt die Überwindung der Spezialisierung und Fragmentierung der theologischen Wissenschaft ebenso wie den Kontakt mit der Theologie des lebendigen Judentums. Die Anwesenheit ihrer Vertreter heute freut uns besonders.
Beider Aspekte wegen sind wir auch dankbar dafür, dass der Lehrstuhl im Pastoral-Institut „Redemptor Hominis“ der Päpstlichen Lateran-Universität seinen Platz finden konnte. Wir sind ganz auf die Gemeinschaft der Forscher in aller Welt angewiesen; die Reflexion der Erfahrung einer apostolischen Gemeinschaft ermöglicht es uns, so hoffen wir, eine Brücke zu schlagen zwischen dem Stand der Wissenschaft und dem Ursprungssitz der Theologie, ihrer Quelle: im Leben der Kirche des ganzen Gottesvolkes.“

Prof. Ludwig Weimer Stiftung vertreten durch P.i.D. Priester im Dienst an Katholischen Integrierten Gemeinden e.V.
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